Sizilien-Urlaub mit Zug und Bus

Hier kommen meine Tipps für Euren Sizilien-Urlaub und die Antwort auf die Frage, ob man für den (ersten) Urlaub auf Sizilien unbedingt ein Auto braucht (Spoiler: Nein!).

Wir sind von München nach Palermo geflogen und ich habe die Flüge über Atmosfair kompensiert. Das heißt, ich habe errechnet, wie viel Emissionen die Flüge verursachen und ich habe dafür einen Betrag in Höhe von 40€ bezahlt, der gespendet wird. Das macht Fliegen natürlich trotzdem nicht umweltfreundlicher und ich versuche, so selten wie möglich zu fliegen.

Sizilien-Urlaub mit dem Zug? Funktioniert super!

Wir haben 17 Tage Urlaub auf Sizillien gemacht und abgesehen von der letzten Nacht in Palermo nur in Air B´n´Bs übernachtet und mal wieder nur gute Erfahrungen damit gemacht – mehr dazu aber unten. Ob man auf Sizilien übrigens unbedingt ein Auto braucht? Bei meiner Recherche hieß es in sehr vielen Artikeln, dass das öffentliche Verkehrsnetz nicht gut ausgebaut ist und ein Auto auf Sizilien Sinn macht. Meine Erfahrung: Unsere „Route“ konnten wir prima mit Bussen und Zügen zurück legen, die Tickets konnte man kinderleicht an den Stationen kaufen, die Züge waren meistens überpünktlich. Nur an einem Tag haben wir uns ein Auto gemietet, aber darauf komme ich auch unten nochmal zu sprechen. Jetzt aber mal ganz von vorn.

Ciao, Bella – unser Sizilien-Urlaub

Vom Flughafen Palermo (Punta Raisi) fährt halbstündlich ein Zug nach Palermo Centrale, er kostet 5,90€, fährt knapp eine Stunde und zuckelt ganz entspannt durch die sizilianische Pampa. Am Bahnhof Palermo Centrale haben wir ein weiteres Ticket nach Cefalù, unserem ersten Stopp gekauft und dann erstmal die Zeit zur Abfahrt mit einem Cappuccino überbrückt.

Cefalù

Im wunderschönen, kleinen Ferienort namens Cefalù, der ungefähr eine Stunde von Palermo entfernt ist, haben wir 8 Nächte verbracht und wenn man von strahlendem Sonnenschein, einer wunderschönen Strandpromenade und Orangenbäumen an den Straßen empfangen wird, kann man sich doch nur in ein Städtchen verlieben, oder? Die Plazza vor dem gigantischen Dom ist perfekt für ein großes Pistazien-Eis zum Sonnenuntergang, vom „Hausberg“ Rocca hat man einen großartigen Ausblick auf die Stadt und der Strand ist perfekt zum Sonnenuntergang-Kucken. Wir waren Ende März (also wahrscheinlich noch in der Nebensaison) dort, ich kann mir aber vorstellen, dass es zur Hauptsaison ziemlich voll in Cefalù wird. Und noch ein Hinweis: An zwei Tagen hat es geregnet und dann kann es leider schon etwas öde werden. Deswegen schön den Teller leer essen und auf gutes Wetter und schöne Strandtage hoffen!

Where to stay: In diesem zuckersüßen Air B´n´B direkt in der Innenstadt – es ist ganz liebevoll eingerichtet, die Hosts haben sich bei Fragen ganz schnell gemeldet und auch Lebensmittel zum Kochen, wie Essig & Öl, Salz, Pfeffer, Zucker und Kaffee stand zur Verfügung. Wir mussten allerdings die Klimaanlage in der Küche auf ganz warm und „Turbo“ stellen, weil es sonst ganz schön kalt geworden ist.

Where and what to eat: Das Caffè Duomo bietet Süßkram und Eis zum Niederknien an. In „La Brace“ haben wir zweimal abends gegessen und uns sehr wohl gefühlt – das Essen hat wahrscheinlich „la mamma“ gekocht und die Preise waren total angemessen. Überall wird übrigens von der bekannten Nachspeise „Banana La Brace“ geschwärmt – mir persönlich hat die warme Banane mit Sirup (oder war es Likör?) und Sahneberg nicht so gut geschmeckt.

Cefalu sollte bei jedem Sizilien-Urlaub dabei sein!

Castelbuono

Nach Castelbuono haben wir zweimal einen Tages-Trip gemacht. Beim ersten Mal sind wir mit dem Bus (Achtung: Nicht mit dem Zug fahren, der hält nämlich am Meer und Castelbuono liegt auf einem Hügel!) circa eine halbe Stunde dorthin gefahren. Castelbuono ist ein verschlafenes italienisches Städtchen wie aus dem Bilderbuch – inklusive Opas, die auf dem Hauptplatz in der Sonne sitzen.

Beim zweiten Mal sind wir eher unfreiwillig „wieder“ in Castelbuono gelandet. Wir wollten eigentlich in der Madonie wandern gehen und hatten uns dafür extra ein Auto für einen Tag gemietet, sind aber mit dem Fiat Panda an einer Steigung kläglich gescheitert. Unser Wander-Vorhaben mussten wir deshalb leider aufgeben und haben uns erstmal ein riesiges Trost-Eis in Castelbuono gekauft.

Long story short: Castelbuono lohnt sich für einen entspannten Day Trip inklusive in der Sonne sitzen und Kaffee trinken. Und zum Colomba naschen. Das ist eine Mischung aus Kuchen und Panettone und mit Mandelmus bestrichen macht sie süchtig!

Taormina

Nach Taormina sind wir auch mit dem Zug gefahren. Weil er nicht direkt durchs Land, sondern über Messina fährt, muss man dort umsteigen und braucht insgesamt 3 Stunden. Mit Netflix, Buch, Musik und Snacks geht das aber ganz gut. Taormina sollte man auf jeden Fall mal gesehen haben, mir haben drei Nächte dort aber gereicht. Das Städtchen hoch oben über dem Meer bezaubert mit seiner Altstadt, den verwinkelten Gässchen und dem Ausblick über das Meer. Dadurch treiben die Cafés und Restaurants ihre Preise aber auch in die Höhe, das heißt, wir haben für einen Aperol Spritz in einem ganz normalen Café 8€ gezahlt.

Where to stay: Die Wohnung von Giuseppina war klein, aber sehr gut eingerichtet und auch wieder unglaublich zentral. Im Sommer könnte es wegen der Restaurants vor dem Fenster etwas lauter werden.

Where and what to eat: Definitiv eine Granita in der BamBar mit einem Brioche! Und spätestens bei Roberto müsst ihr ein typisches Canollo probieren und euch überhaupt durch die ganzen süßen Teilchen naschen.

Mmmmh, lecker, Canolli...

Siracusa

Auch von Taormina nach Siracusa ging´s mit dem Zug, für die Reise haben wir entspannte zwei Stunden gebraucht. Siracusa ist eine „sehr angenehme, beschauliche und fast entspannt anmutende Stadt“ und für mich eine sehr gute Mischung aus Allem: Kleine Gässchen in der Altstadt Ortigia, viele kleine Cafés und Bars, ein beeindruckender Dom (und sehr viele weitere Kirchen und griechische Tempel in der „Neustadt“, Siracusa Neapoli), hippe Restaurants und überall ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis. Warum übrigens „nur“ sehr gut und nicht perfekt? Siracusa hat, anders als Cefalù, keinen Strand und das Meer ist zum Baden zu verschmutzt. Das sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man in den Sommermonaten nach Sizilien fährt.

What to eat: Granita im Café Apollo (mein Tipp: Pistazie und Ricotta gemischt) und ein riiiesiges Sandwich auf dem Markt bei Caseificio Borderi. Schon allein das Zubereiten ist eine kleine Show.

Ein Muss bei jedem Sizilien-Urlaub: Markt-Besuch!

Noto

Dieses kleine Städtchen ist perfekt für einen Day Trip und von Siracusa mit dem Zug in knapp 30 Minuten zu erreichen. Noto wurde im 17. Jahrhundert durch einen Brand vollständig zerstört, danach wie auf dem Reiß-Brett neu geplant und sieht deswegen aus wie ein wahr gewordener, honiggelber Barock-Traum. 15 Paläste, 19 Klöster und unzählige Kirchen inklusive. Der Zug zurück um circa 16 Uhr hat für uns gereicht, um alles anzusehen – und das war dann auch das einzige Mal, dass ein Zug Verspätung hatte, nämlich 30 Minuten.

Where to eat: Wir waren dort nicht, aber die Foodies unter euch sollten sich das Caffè Sicilia merken, das auch in der Netflix Restaurant-Serie Chef´s Table vorkam.

Palermo

Von Siracusa fährt zweimal täglich ein Bus nach Palermo und braucht dafür etwas mehr als drei Stunden. Ich hatte mir vorsorglich schon Filme herunter geladen, habe aber keinen angeschaut. Die Natur, die grünen Hügel und Berge sind nämlich so schön, dass ich fast die ganze Zeit nur aus dem Fenster geschaut habe. Palermo selbst habe ich als sehr laut, hektisch, schmutzig und stressig wahr genommen. Für eine Nacht beziehungsweise die wichtigsten Sehenswürdigkeiten definitiv einen Stop wert, mehr aber auch nicht.

Fazit

Für den ersten Sizilien-Urlaub braucht man nicht unbedingt ein Auto. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, also Zug und Bus, kann man problemlos eine kleine Rundreise machen. Klar, man braucht wahrscheinlich etwas mehr Zeit, aber im Urlaub will man doch entschleunigen, oder nicht? Für Ende März bzw. Anfang April war es auf Sizilien außerdem noch überraschend kühl und wechselhaft – die beste Reisezeit ist wahrscheinlich April / Mai

3 comments

  1. Sehr informativer Reisebericht mit sämtlichen wichtigen und interessanten Tipps. Jetzt weiss ich, wo ich den besten Kaffee, die süssesten Feinschmeckereien gibt und wo ich das beste Bett mit dem tollsten Strandblick bekomme und ich keinesfalls landen sollte. Um den CO 2 Schnitt einhalten zu können, plane ich einen Fußmarsch dorthin, wo es am schönsten ist.

    Insgesamt sehr schöne Bilder und ansprechende Impressionen zu sehen.

    Weiter so. Freue mich schon auf den nächsten Reisebericht.

    1. Danke, Grinsi, dass du hier vorbei schaust und für deinen ausführlichen Kommentar 🙂
      Ich hoffe, dass ich dich vielleicht für einen deiner nächsten Urlaube inspirieren konnte!

  2. […] – nein, auch nicht einfach mal so. Boy oh Boy! Ich war während meinem Kleiderfasten in Sizilien und musste wegen schlechtem Wetter häufiger als geplant meine Jeans tragen. Komplett genervt davon […]

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