Plastikfrei einkaufen ist total einfach - man braucht einfach ein paar kleine Helfer.

Plastikfrei einkaufen für Anfänger

Plastikfrei einkaufen: Welche Anschaffungen sich lohnen. Und welche nicht.

Als ich vor ein paar Jahren angefangen habe, plastikfrei einzukaufen, wäre ich fast kurz mal in einen ekstatischen Shopping-Rausch verfallen. Bevor man nämlich zum verpackungsfreien Supermarkt seines Vertrauens für ein paar lose Haferflocken und Linsen tingelt, sollte man sich natürlich ausrüsten, so scheint es: Kleine Beutelchen, große Beutel, Gemüsenetze, kleine Döschen für festes Shampoo, große Dosen für äh, naja, für irgendwas wird man’s schon brauchen. Und natürlich, nicht zu vergessen: Glas-Jars (nein, nicht Einweckgläser) in wirklich allen Größen. Vielleicht will man seine Haferflocken ja auch mal auf Instagram zeigen. Been there, done that!
Nur: Braucht man all das wirklich? Freunde, lasst euch von mir sagen: Nein, braucht ihr nicht. Ihr findet unten ein paar Dinge, deren Anschaffung sich wirklich lohnt und ein Beispiel, wo ich tatsächlich einem ekstatischen Shopping-Rausch verfallen bin und ihn recht bald auch wieder bereut habe.

Plastikfrei einkaufen: Was man braucht

  1. Jutebeutel. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal im Supermarkt eine zusätzliche Tüte kaufen musste. Meine Einkäufe packe ich eigentlich immer in meine Handtasche packe oder ich habe einen Jutebeutel dabei. Mittlerweile habe ich übrigens so viele Jutebeutel, dass ich gar nicht mehr weiß, wohin damit. Falls du noch keinen hast und gern einen hättest: Schreib‘ mir eine Nachricht oder einen Kommentar unter diesen Beitrag und ich schicke dir ein ganz besonders schönes Jutebeutel-Exemplar. Mit handgeschriebener Grußkarte von mir.
  2. Kleine Stoff-Beutelchen, wie zum Beispiel diese oder ganz einfache aus dem Bio-Supermarkt. Ich habe mal Cocktail-Tomaten gekauft und weil ich keine Tasche dabei hatte, habe ich sie einfach alle auf meine Einkäufe in meine normale Handtasche gelegt. Ich sag’s mal so: Es war nicht meine beste Idee, denn natürlich sind die Dinger nach unten gerutscht und wurden dann von schwereren Artikeln kaputt gedrückt. Seitdem verwende ich kleine Stoff-Beutelchen für kleine Obst und Gemüse, aber auch zum Abfüllen von Getreide oder Hülsenfrüchte. Der Vorteil: Die Beutel haben kaum Eigengewicht – man kann sie also auch eben mal so in die Tasche werfen. Tipp: Einfach selbst nähen!
  3. Brottüte von Umtüten. Bis ich dieses eine „Brootüüt“ hatte, gab es in meinem Leben zwei Backwaren-Szenarien: Entweder ich habe Brot, Semmeln & Co. „klassisch“ in einer Papier-Tüte erhalten und mich im Nachhinein aber geärgert, weil man die Tüte irgendwann ja doch wegwirft. Oder ich habe die Backwaren im Jutebeutel geholt, dann war aber im Brotkorb ein unansehnliches Jutebeutel-Semmel-Geknuddel und die Semmeln nach kurzer Zeit hart. Alles passé mit der Brottüte: erstens sehr schick, zweitens unheimlich schlau konzipiert (außen Baumwolle, innen Stärke zum Frischhalten) und erhältlich in mehreren Größen (ich besitze die kleinste). Diese Anschaffung hat sich für mich total gelohnt und ich kann sie zu 100% weiter empfehlen.
  4. Gemüsenetze. Ich empfehle jetzt rotzfrech etwas, das ich selbst (noch) gar nicht besitze. Nämlich Gemüsenetze. Anfangs dachte ich, dass die Stoffbeutelchen die Rettung für all meine Probleme sind, bin aber schnell an meine Grenzen gestoßen, als ich einen der Beutel wie ein Kondom über einen riesigen Salatkopf stülpen wollte. Meine nächste Anschaffung sind also wahrscheinlich die Netze von Greenderella und bis dahin bin ich im Supermarkt diejenige, die erbitterte Kämpfe mit störrischen Salatköpfen und zu kleinen Baumwollbeuteln führt.
  5. Kleine Alu-Dose, zum Beispiel von Lush oder der Rosenrot Seifenmanufaktur. Prima für Seifen und festes Shampoo und ich hatte bis dahin nichts Vergleichbares in dieser Größe daheim.
  6. Tupperdosen. Perfekt für die Käsetheke und unverpackte Snacks. In den letzten Jahren habe ich meinen Vorrat mit etwas kleineren Dosen aufgestockt und bin jetzt für jegliche plastikfreie Einkäufe gerüstet. Meine Lieblingsmarke ist Lock & Lock, weil die Größen meiner Meinung nach einfach perfekt sind und die Verschlüsse wirklich gut sind. Tipp: Gibt’s second-hand auch auf eBay Kleinanzeigen, sogar neu.

Die Brottüte von Umtüten ist sehr praktisch, wenn man plastikfrei einkaufen will - vor allem Brot und Brötchen.

Plastikfrei einkaufen: Was man nicht braucht

  1. Dosen aus Glas. Weil ich weniger Behälter aus Plastik besitzen wollte, habe ich mir Glas-Dosen gekauft. Großer Fehler: Für’s Einkaufen sind sie mir persönlich zu schwer und wegen ihrer Bruchanfälligkeit zu umständlich. Natürlich können sich aus Plastik mehr giftige Stoffe lösen als aus Glas. Für mich überwiegt hier aber einfach die „Benutzerfreundlichkeit“ von Plastik-Dosen. Und in Bezug auf das Plastik bereitet mir die Tatsache, dass wir mittlerweile eh schon ziemlich viel Mikroplastik über das Essen zu uns nehmen, viel größere Bauchschmerzen als meine Tupperdosen.
  2. Weckgläser oder Jars. Ja, sie sehen instagramable aus. Aber, Hand aufs Herz: Ausgespülte Gläser, die wir eh schon zu Hause haben, sind nachhaltiger und vor allem auch günstiger.

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