Buch-Tipps 2020 #2: Noch mehr Bestseller & Romane

Lockdown Nr.1: Meine #1 Buch-Tipps 2020. Lockdown Nr.2: Meine #2 Buch-Tipps 2020 … alles gesagt, oder? Lasst euch inspirieren!

Eigentlich wollte ich starten mit: “Weil wir dieses Jahr ja viel zuhause sind…”, aber so beginnen aktuell wahrscheinlich eine Menge Artikel und ich wette, ihr könnt es auch nicht mehr hören. Oder? Deswegen tauchen wir gleich ab in meine Buch-Tipps und wer noch mehr Inspiration möchte: Diese Bücher habe ich geliiiebt und hier sind meine #1 Buchtipps 2020. Ach ja, diesen Blog Post leite ich auch ganz stilecht mit “Weil wir dieses Jahr ja viel zuhause sind…” ein.

#2 Buch-Tipps 2020: Die Winter-Edition mit noch mehr Bestsellern und Romanen

1. “Half of Yellow Sun” von Chimamanda Ngozi Adichie

Immer, aber in dieser Zeit gefühlt mehr denn je, ist es wichtig, unsere Perspektive ständig zu erweitern. Für mich bedeutet das, viel mehr Bücher und Autoren zu lesen, die nicht aus Europa oder Nordamerika stammen. “Half of a Yellow Sun” hat mich so viel gelehrt, nicht nur über Nigeria und seine Konflikte in der Vergangenheit, sondern auch über Kultur, Kolonialismus, Nationalität und Identität. Das Buch ist an manchen Stellen ziemlich komplex und eindringlich, aber die Lese-Erfahrung war großartig.

2. Dominicana” von Angie Cruz

Ein gutes und solides Buch, das mich trotz einiger Längen überzeugt hat. Die Geschichte handelt von Ana, die einen viel älteren Mann heiratet und mit ihm die dominikanische Republik verlässt, um nach New York City zu ziehen. Ihre Hoffnung auf ein besseres Leben zerplatzt schnell und doch beißt sich Ana durch und findet ihren Weg. Wir sind bei ihr in ihren einsamen Momenten, können aber auch sehen, wie sie aufwächst, mutiger und unabhängiger wird.

3. “Kurt” von Sarah Kuttner

Ein kleiner Junge stirbt und seine Hinterbliebenen müssen lernen, damit umzugehen. Jede(r) trauert anders, jeder findet auf seine Art zurück ins Leben und in den Alltag. Ich habe geweint und gelacht und ganz oft beides zusammen, weil im Leben Freude und Schmerz eben auch so oft so nah beieinander liegen.

Früher habe ich Sarah Kuttner für eine Nervensäge gehalten, aber das war eines der besten Bücher für mich in diesem Jahr: kein unnötiger Kitsch, die Worte wirken wie sorgsam ausgewählt und behutsam aneinander gereiht und dieses Gefühl wird auch beim Lesen vermittelt. Behutsamkeit, Lebensfreude und (trotz allem) Trost.

4. “Die Geschichte der Bienen” von Maja Lunde

Empfehle ich dieses Buch? Ja, definitiv! Aber ich bin mir immer noch nicht sicher, ob der Hype um das Buch auf seine Qualität oder “einfach” auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass Bienen (und das Bienensterben) ein SEHR relevantes und dringendes Thema sind.

Maja Lunde hat es geschafft, drei Handlungsstränge sehr subtil ineinander zu verweben, man kann sich auf einige “Aha”-Momente und einige spannende Fakten über Bienen und die Bienenzucht freuen. Erwartet aber keine atemberaubende Handlung oder verrückte Wendungen, das Buch ist gerade wegen seines “ruhigen Tons” so besonders. Letztlich verlieren die meisten Figuren in dem Buch an einem Punkt etwas oder sich selbst, und genau diese Verzweiflung und die Angst haben mir so eine intensive Lektüre verschafft (und ehrlich: mir manchmal auch das Herz schwer gemacht). Eine exterem realitätsnahe Dystopie, die mich wieder einmal sehr zum Nachdenken gebracht hat, wie wir unseren Planeten behandeln. Und, das “Schöne” zum Schluss: Trotz aller Geschehnisse endet das Buch, und das macht dieses Stück für mich komplett.

5. “Die Geschichte des Wassers” von Maja Lunde

Verständlicherweise vom Stil her ähnlich wie “Die Geschichte der Bienen”: Obwohl nicht viel passiert (erwartet keinen Krimi oder Plot Twists), ist die Geschichte unglaublich eindringlich und spannend geschrieben – wie macht Maja Lunde das nur?

Herrlich für den Lesefluss sind die kurzen, sich abwechselnden Kapitel, durch die man gleichermaßen Einblicke in die Handlungsstränge bekommt und am Ende versteht, wie alles zusammen gehört.

Wie auch “Die Geschichte der Bienen” behandelt dieses Werk ein höchstrelevantes Thema: Wasser-Knappheit. Großartig, dass es diese Autorin mit diesen wichtigen Themen in den “Mainstream” und damit in hoffentlich viele Köpfe der Menschen geschafft hat.

6. “The Hate You Give” von Angie Thomas

Kurz gesagt: Eine Pflichtlektüre für alle!

So, so viele Emotionen: Ich habe (oft!) gelacht, geweint, geschmunzelt, bin hin und wieder verzweifelt, hatte Herzschmerz und kurz danach Schmetterlinge im Bauch. Dieses Buch gibt einen Eindruck, wie es ist, eine schwarze junge Frau in den USA zu sein. Mit jeder Seite ist mir klar geworden, WIE dringend es für uns alle ist, Bücher wie dieses zu lesen.

“The Hate You Give” nimmt uns mit in das Leben von Starr, das auf der einen Seite von ihren “Teenager-Alltagsproblemchen” geprägt und auf der anderen Seite von ihrem mutigen Kampf gegen fast allgegenwärtigen offenen und subtilen Rassismus. Sie hadert damit, in unterschiedlichen Welten aufzuwachsen und versucht, diese zwei Lebensbereiche und damit ihre Familie, Freunde und ihren Freund miteinander zu verbinden, ohne dabei sich selbst zu verraten (und im besten Fall sogar noch mehr Facetten von sich selbst zu finden).

Ich liebte all die Anspielungen, ich liebe Starr und ich liebe Angie Thomas dafür, dass sie mir das Gefühl gab, dass ich gerade neben Starr stand und alles miterlebte, was sie gerade durchmacht.

7. “Strafe” von Ferdinand von Schirach

Ferdinand von Schirach ist Pflicht! Insgesamt eine großartige Sammlung von Kurzgeschichten, die das menschliche Verhalten und vor allem seine Abgründe schonungslos ausleuchten, verschiedene Formen von Schuld zeigen und das alles in herrlich präzisen Formulierungen. Lest das Buch aber besser nicht vor dem Schlafengehen, einige Geschichten sind wirklich unglaublich deprimierend.

8. “Wer die Nachtigall stört…” von Fred Fordham (Graphic Novel)

In meinem Hinterkopf habe ich eine “To-read-Liste”, auf der sich vor allem ein paar Klassiker tummeln: George Orwell, Ernest Hemingway und so weiter. Habt ihr die auch? Jedenfalls war auch “Wer die Nachtigall stört…” dabei, ich konnte mich aber nicht motivieren, das “eigentliche” Buch zu lesen. Tja, zum Glück gibt es Graphic Novels, die sind nämlich schnell zu lesen und eine perfekte Alternative.

9. “Mit der Faust in die Welt schlagen” von Lukas Rietzschel

Eines vorweg: Ich habe mich bis jetzt (zu) wenig mit ostdeutschen Autoren und Literatur beschäftigt. Über das Buch und seinen vielversprechenden Klappentext (“Der Ost-Roman des Moments!”) bin ich in der Bücherei gestolpert und empfand das Buch für mich als perfekten “Einstieg”.

Es geht um die zwei Brüder Tobias und Philipp, ein Dorf in Sachsen, ihre Jugend und das Aufwachsen inmitten von Hoffnungslosigkeit, Arbeitslosigkeit und Tristesse und eine Wut, die immer größer wird.

Der Anfang war wegen der teilweise losen Aneinanderreihung von Eindrücken holprig, ab dem zweiten Drittel bin ich dann aber total eingetaucht und ganz ehrlich: Das Buch hat mich teilweise echt erschrocken und sehr nachdenklich gemacht, denn es sind Einblicke in eine Realität, die mir bis jetzt eher fern war. Und ich frage mich natürlich auch, ob man noch von “West-” und “Ost-Literatur” sprechen kann..? Wie seht ihr das? Wenn ihr weitere Bücher empfehlen könnt, schreibt sie gern in die Kommmentare!

Und welcher ist DER Favorit aus den Buch-Tipps für 2020? Puh, ich glaube, “Kurt” und “The Hate You Give” müssen sich den ersten Platz teilen. Es sei denn, ihr habt noch weitere Tipps, von denen ich wissen müsste..?

2 thoughts on “Buch-Tipps 2020 #2: Noch mehr Bestseller & Romane

  1. Danke für deine Buchtipps! Ich habe den Film “The Hate You Give” gesehen und er hat mich sehr berührt. Jetzt zu erfahren, dass es ein Buch gibt (wahrscheinlich die Vorlage zum Film), ist eine tolle Überraschung und damit kommt das Buch auch auf meine Liste. Und was die Frage nach der Ost-West-Begrifflichkeit angeht, so denke ich schon, dass man bis zu einem gewissen Punkt davon reden kann, weil es de facto (leider) noch Unterschiede gibt. Durch eine gehörte Podcastfolge ist mir auch klar geworden, wie sehr der Geschichtsunterricht nur die Geschichte der BRD zeigt, aber kaum die der DDR schildert. Das hat mich dann doch ein wenig zum Nachdenken gebracht.

    1. Hi du Liebe,
      yes, “The Hate You Give” ist SO lesenswert – sag’ mir danach gern, wie du es fandest, entweder hier oder auf Instagram. Fände ich spannend, ob du auch so ein Fan bist! Und zur Ost-West-Thematik: Puh, mir war echt nicht klar, dass es diese Unterschiede immer noch gibt und auch die Aufarbeitung war bei uns im Geschichtsunterricht ein sooo kleiner Teil. Ob sich daran noch was ändern wird? Hoffentlich.

      Liebe Grüße

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