Meine Erkenntnisse aus dem Jahr 2017 rund um Minimalismus

Minimalismus und Nachhaltigkeit – 10 Erkenntnisse!

Was mich im vergangenen Jahr so richtig frustriert hat, worüber ich mich immer wieder wundere und was mich unglaublich überrascht und gefreut hat … Meine 10 Erkenntnisse aus dem Jahr 2017 rund um Nachhaltigkeit und Minimalismus!

1. Fast schon verzweifelte Desillusionierung angesichts der immer schlimmer werdenden Lage.
Letztens habe ich einen Artikel gelesen und mich im ersten Moment riesig gefreut: „Die Umsatzzahlen von H&M gehen zurück und die Fast-Fashion-Marken lassen nicht mehr so viel in Bangladesch produzieren.“ Absolute Enttäuschung dann aber beim nächsten Absatz: H&M geht es nicht mehr so gut und Läden wie Primark immer besser, weil die nämlich noch günstiger sind. Und neuerdings ist Äthiopien und nicht mehr Bangladesch „the place to be“, da produziert man nämlich (na, kommt ihr drauf?) genau: günstiger. Nur eine von ganz vielen Nachrichten, bei denen ich im Strahl kotzen könnte und hin und wieder kurz mal die Hoffnung verliere.

2. Ein „Upsi“ reicht nicht mehr.
„Ja, das mit den Arbeitsbedinungen und der Umweltverschmutzung ist echt schlimm. Aber die Sachen waren halt echt schön – und so günstig.“ Wie oft ich mir das angehört habe. Innerlich rolle ich bei sowas mittlerweile so arg mit den Augen, dass sie bestimmt irgendwann stecken bleiben. Und ich frage mich: Leute, echt jetzt? Könnt ihr wirklich nicht 1+1 zusammen zählen? Doch, ihr scheint es langsam wohl schon verstanden zu haben: Wenn ein Shirt 2€ kostet, ist es nämlich wirklich komplett unmöglich, dass der Mensch, der das produziert hat, einigermaßen fair entlohnt wurde. Aber was machen? Nö. Zu bequem, gell?

3. It´s not that hard. But not that easy, either.
Man muss sich schon rein fuchsen, in das ganze Thema Nachhaltigkeit und Minimalismus. Es gibt unzählige grüne Blogs und grüne Labels – aber trotzdem ist manchmal einfach nicht das dabei, was einem gefällt. Oder was Anderes: Man selbst will mehr und mehr reduzieren, aber das Umfeld trägt Sachen nach Hause, weil die so schön sind. Ähm, ja, und jetzt? Was mir da immer geholfen hat und woran ich auch 2018 festhalten werde: Kompromisse schließen, aber auch ganz wichtig: Nicht das Ziel Überzeugung aus den Augen verlieren. Idealismus für Anfänger, sozusagen.

4. Ooooooom.
Ich habe, und darauf bin ich sehr stolz, eine sehr gute Kombi aus Öko-Missionierung und gelassener Wurschtigkeit entwickelt. Ich wollte, werde und will nie ein Öko sein, der Menschen ein schlechtes Gewissen macht und ihnen aufzeigt, was sie alles schlecht machen. Weil ich weiß, dass Wandel wirklich schwer ist und Zeit, viel Recherche und auch einige Änderungen fordert. Deswegen ist mein Motto: Leben und leben lassen. Aber wenn das Thema darauf kommt, dann gebe ich auch meine 5 Pfennig dazu, gern auch ausschweifend, mit gekonnt entwickelten Pointen und Zahlen für die ganz Skeptischen. Wenn schon, denn schon!

5. Perfekt sein? Ha. Ha. Ha.
Ganz bitter: Vor 2 Wochen hab ich was bei H&M kaufen müssen, hab davor noch alle Alternativen gecheckt und letztelich ging es eben doch nicht anders. Dieses Jahr hat mir gezeigt: Ich muss mich davon verabschieden, perfekt sein zu wollen. Wasser sparen, minimalistisch leben, gern auch vegan, nur noch fair und bio und nachhaltig, ohne Plastik – es geht nicht, zumindest (noch) nicht. Aber ich gebe nach wie vor mein Bestes. Wann und wo ich nur kann.
Minimalismus und Nachhaltigkeit - manchmal frustrierend, manchmal großartig, aber nie langweilig!

6. Minimalismus – Es ist ein Prozess.
Während ich das schreibe, stapeln sich in meinem Keller die Umzugskisten und schon beim Gedanken an das ganze Zeug kriege ich Stresspickel. Aber: Der Frühling und damit der nächste Flohmarkt kommt bestimmt! Eine wichtige Erkenntnis und Lehre aus dem Jahr 2017: Alles Schritt für Schritt. Ich habe mir einmal im Monat eine Stunde Zeit genommen (wenn ich eben in der Stimmung dafür war) und habe in meiner Wohnung gesammelt, was weg soll. Und als es dann mal gespasst hat, eine Flohmarkt-Verkaufsaktion gemacht. Und dann wieder von vorn. Minimalisten fallen ja auch nicht über Nacht vom Himmel!

7. Minimalismus und Nachhaltigkeit – mein perfekter Weg.
Ich bin keine Minimalistin und ganz sicher auch immer noch kein Nachhaltigkeits-Pro. Es ist der Weg dahin, der mich in diesem Jahr unglaublich befreit und gleichzeitig bereichert hat. Dinge loslassen, die mir keine Freude bereiten (Marie Kondo, you know!) und gleichzeitig Dinge kaufen, die den Planeten und andere Menschen so wenig wie möglich belasten und ausbeuten, ist eine sehr schöne Sache. Definitiv ausprobierenswert!

8. Da sind noch so viele Andere, denen der Planet nicht egal ist.
Finde sie und halte sie fest. Mit ein bisschen weniger Pathos: Auch in diesem Jahr habe ich wieder großartige Menschen und Blogger kennen gelernt, die sich dem Green & Slow Living verschrieben haben und ich bin sehr dankbar für den Austausch, die Tipps und Inspirationen, die ich dadurch bekomme. Definitiv eine Sache, die ich 2018 noch mehr machen will: Besuchen, ratschen, austauschen, die Welt gemeinsam besser machen.

9. Doch nicht alles für die Katz?
Vor allem im zweiten Halbjahr ist etwas passiert, mit dem ich nie gerechnet hätte: Leute, die mit Nachhaltigkeit scheinbar rein gar nichts am Hut haben, sprechen mich an und wollen mehr darüber wissen. Kolleginnen sagen, dass sie sich Sachen von Veja und Hessnatur bestellen. Einer Freundin soll ich beim Schrank-Ausmisten helfen. Die andere will wissen, wo sie bezahlbare Fair Fashion Basics herbekommt. Und wenn in der Fellkragen-Winterjacken-Hauptstadt München Leute auf mich zukommen, die sagen, dass sie den Pelz von ihrer Jacke abgemacht haben, weil sie den irgendwie nicht mehr vertreten können, dann denke ich mir (bei allen Schritten, die eigentlich noch gemacht werden MÜSSTEN!): JA MAN!!! Denn es sind diese kleinen Veränderungen und sie zu sehen machen mich von Herzen glücklich.

10. Es macht Spaß – immer noch und immer wieder.
Vielleicht der wichtigste Punkt? Denn wenn ich von der großen Idee hinter all den kleinen Alltags-Aktionen nicht überzeugt wäre, würde ich auch nicht die Herausforderungen auf mich nehmen, die das Ganze so bringt. Und so soll es weiter gehen: This thing with Minimalismus und Nachhaltigkeit is not over yet!
Meine wichtigste Botschaft: Es macht immer noch Spaß!

One comment

  1. Das sind sehr schöne Erkenntnisse, die ich so oder ähnlich dieses Jahr auch gemacht habe! Aber am Ende zählen die kleinen Erfolge um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
    Lieben Gruß und einen schönen Start in 2018!

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