„Everything is illuminated“ von Jonathan Safran Foer

Wenn du vor ungefähr 8 Jahren mit der Abi-Klasse auf der Frankfurter Buchmesse warst und das kostenlose Lese-Exemplar „Everything is illuminated“ von damals immer noch unberührt im Buchschrank steht, dann heißt das nur Eines: Endlich dieses Buch lesen! Das habe ich jetzt erledigt und für Euch eine Buchrezension.

Den Autor Jonathan Safran Foer kennt man wahrscheinlich eher wegen seines viel beachteten Buches „Tiere essen“, das sich mit der Problematik der Massentierhaltung auseinander setzt. Das Buch „Everything is illuminated“ ist 2002 erschienen und war gleich dermaßen erfolgreich, dass es in über 20 Sprachen übersetzt wurde und sogar verfilmt wurde.

Hier kommt die Zusammenfassung aus dem Buch selbst:

„A young man arrives in the Ukraine, clutching in his hand a tattered photograph. He is searching for the woman who fifty years ago saved his grandfather from the Nazis. Unfortunately, however, he is aided in his quest by Alex, a translator with an uncanny ability to mangle into bizarre new forms; a „blind“ old man haunted by memories of the war; and an undersexed guide dog named Sammy Davis Jr, Jr. What they are looking for seems elusive – a truth hidden behind veils of time, language and the horrors of war. What they find turns all their worlds upside down…“

Im Nachhinein, beim Lesen des Klappentexts, habe ich sofort gedacht an ein Video von Ariel Bissett namens „When the synopsis lies“. Nicht, dass die Zusammenfassung im Fall von „Everything is illuminated“ lügen würde – aber sie lässt ein paar wichtige Dinge aus. Nämlich, dass die Handlung sich aus drei Erzählsträngen zusammen setzt, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt werden.

Das musste ich beim Lesen erstmal verstehen und es wurde nicht leichter dadurch, dass das Buch auf Englisch geschrieben ist. Ein Strang also erzählt, wie Jonathan in die Ukraine reist, um die Frau zu finden, die seinen Großvater vor den Nazis gerettet hat. Begleitet wird er vom Fremdenführer Alex, seinem Großvater und einem Hund. Im zweiten Strang beschreibt Jonathan kapitelweise die Entstehung der jüdischen Gemeinde Trachimbrod, in der sein Großvater gelebt haben soll. Diese Kapitel schickt er an Alex, der sie kommentiert. Dabei handelt es sich um den dritten Erzählstrang, nämlich Briefe, die Alex an Jonathan schickt. Dadurch wird Bindung der beiden noch enger, als diese auf der eigentlichen Reise war.

Am Anfang also war ich ziemlich überfordert von den unterschiedlichen Handlungssträngen und dem bewusst falsch geschriebenem Englisch von Alex. Als ich mich aber von der Erwartung gelöst habe, dass die gesamte Geschichte auf DAS EINE große Ende hinsteuert, konnte ich mich viel eher auf das Buch und die Perspektiven einlassen. Immerhin hat dann jeder Strang für sich eine eigene kleine Welt aufgebaut und sowas muss man als Autor erstmal schaffen. Alex, dessen Englisch ich erstmal nicht verstanden habe, ist mir mit seinen ehrlichen Briefen sehr ans Herz gewachsen und das kleine suchende Reise-Trüppchen hat Jonathan Safran Foer ganz herrlich skurril und witzig beschrieben.

Aber es ist und bleibt letztlich auch ein Buch über die Nazis und deren Verbrechen. Vor allem zum Ende hin überrascht das Buch doch mit einigen unerwarteten und traurigen Wendungen. Nicht solche, die bewusst auf die Tränendrüse drücken, sondern diejenigen, die einen erschüttern, weil es nun doch so gekommen ist und man eigentlich etwas Anderes gehofft hätte.

Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch, wenn man sich erstmal auf die Perspektiven eingelassen hat.  Und ich bin sowieso überglücklich, dass ich es jetzt von meiner „Reading List“ streichen kann.

One comment

  1. Jonathan Safran Foer habe ich bisher auch nur mit „Tiere essen“ in Verbindung gebracht.
    Dieses Buch ist etwas ganz anderes, klingt aber interessant.
    Viele Grüße
    Saskia Burwieck

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