Ich hab da mal was ausprobiert: Öl ziehen!

Seit circa einem viertel Jahr ziehe ich Öl und eine gute Freundin hat mich gebeten, darüber zu schreiben. Bevor Ihr jetzt also mit wildem Brainstorming rund ums Thema „Öl ziehen“ beginnt, versorge ich Euch mit den harten Fakten rund um ein ayurvedisches Naturheilverfahren.

Was ist Öl ziehen genau?
Dieses ayurvedische Naturheilverfahren ist schon ziemlich alt und bei vielen Menschen auf der ganzen Welt beliebt. Durch die antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften der Öle sollen Krankheiten im Mundraum geheilt werden. Bakterien werden vom Speiseöl gebunden und aus dem Mund befördert, wenn man das Öl ausspuckt. Darüber hinaus soll Öl ziehen sogar helfen, wenn man an Herzkrankheiten oder Magen-Darm-Problemen leidet.

Wie funktioniert´s genau?
Öl zieht man am besten täglich morgens vor dem Zähneputzen. Dafür nimmt man einen Tee- bis einen Esslöffel Öl in den Mund und bewegt die Flüssigkeit dann für circa 20 Minuten im Mund hin und her und zieht das Öl durch die Zahnzwischenräume. Viele berichten davon, dass sie am Anfang nur 5 Minuten geschafft haben, weil das Gefühl von Öl im Mund derart ungewohnt ist, dass ein Brechreiz entstehen kann. Auch für mich war es anfangs ungewohnt, einen Brocken Kokosöl im Mund zu haben, der dann langsam flüssig wird. Ich habe mich aber ziemlich schnell daran gewöhnt. Wichtig: Am Ende das Öl auf keinen Fall herunterschlucken, sondern ausspucken. Die Giftstoffe, die man mit dem Öl aus dem Mund „gezogen“ hat, können ja so erst den Körper verlassen. Und noch ein wichtiger Hinweis: Das Öl sollte auf keinen Fall in der Toilette oder im Abfluss landen, weil es so die Rohre verstopft. Lieber in den Müll spucken.

Welches Öl verwendet man am besten?
In der ayurvedischen Medizin wird traditionell Sesamöl verwendet. Aber auch natives Sonnenblumen- und Kokosöl in Bio-Qualität sind wegen ihrer antibakteriellen Eigenschaften sehr beliebt. Sesamöl wirkt darüber hinaus auch entzündungshemmend. Wem aber keines der drei Öle „schmeckt“, kann auch ein anderes Speiseöl verwenden – da dann aber unbedingt auf gute Qualität achten!

Okay, Julia, aber warum das Ganze?

Ganz einfach: Warum nicht? Als ich über ein Youtube-Video zu diesem Thema gestolpert bin, war meine Neugier geweckt und weil ich eh gern Neues ausprobiere, wusste ich sofort: „Das schaue ich mir mal genauer an.“ Das erste Mal Öl ziehen war, wie oben kurz beschrieben, echt seltsam. Kokosöl im Tiegel fest und als ich die Portion im Mund hatte, habe ich erstmal hilflos darauf herum gekaut. Dabei sollte man es einfach wie beispielsweise mit Eis machen – einfach im Mund hin und her bewegen, bis es schmilzt. Als ich diesen Dreh raus hatte, war alles Andere ein Kinderspiel. Kein Brechreiz, kein genervtes Auf-die-Uhr-gucken, sondern einfach nur gechilltes Herumspülen. (Ich sollte einen Preis dafür bekommen, dass ich „gechillt“ und „Herumspülen“ in einem Satz kombiniert habe!) Das Öl ziehen habe ich mittlerweile in meine Morgenroutine integriert und ziehe, was das Zeug hält, während ich mich schminke und die Nachrichten höre.

Kann ich schon von Ergebnissen berichten?
Jein. Öl ziehen soll beispielsweise auch bei Migräne helfen. Ich glaube allerdings nicht, dass ich mit diesem Verfahren meine Kopfschmerzen in den Griff bekomme. Zwei Dinge sind mir allerdings positiv aufgefallen: Seit wirklich langer Zeit nun habe ich keine Wunden mehr am Zahnfleisch und ich habe Komplimente wegen meiner weißen Zähne bekommen. Ob das beides vom Öl ziehen kommt, kann ich nicht mit absoluter Sicherheit sagen. Auf jeden Fall aber ist das Öl ziehen mittlerweile fester Teil meiner Morgenroutine. Und wer sagt schon „Nein“, wenn dann noch solche Benefits dabei raus kommen…

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