Freitags-Fragen mit …

Katharina. Zu Beginn meiner Umstellung auf eine Capsule Wardrobe habe ich inspirierende Blogs, Tipps & Tricks gesucht. Und gefunden, wie zum Beispiel den großartigen Blog ModernSlow.Warum mich Katharina inspiriert? Weil sie schon in so vielen Bereichen ausgemistet hat, sich auf das besonnen hat, was ihr wirklich wichtig ist und so ein entspannteres und einfacheres Leben führt. Ich habe sie nach ihren drei besten Tipps zum Ausmisten gefragt und sgoar erfahren, dass sie von ein paar Dingen tatsächlich noch mehr besitzt, als sie eigentlich brauchen würde. Aber lest selbst:

1. Wann hast Du Dich dafür entschieden, weniger zu besitzen, aber dafür mehr und zufriedener zu leben? Gab es einen ausschlaggebenden Moment in Deinem Leben?
Gerade bei solchen grundlegenden Entscheidungen, hat man die Idee schon lange – bewusst oder unbewusst – im Kopf. Bei mir gab es viele kleine Momente, die mich letztlich hierhin gebracht haben und zwei, die einen besonders großen Ausschlag hatten.
Das Eine war ein einjähriges Sabbatical in Holland, im Zuge dessen mein Mann und ich – damals aus rein pragmatischen Gründen – sehr minimalistisch gewohnt haben.
Das Zweite war definitiv, Mutter zu werden. Die ersten Monate nach der Geburt sind natürlich hormonell eine Achterbahnfahrt, aber ich habe in der Zeit auch sehr deutlich gemerkt, dass mich die volle Wohnung und der überquellende Kleiderschrank stressen. Nachdem ich das verstanden hatte, habe ich radikal ausgemistet – und es nie bereut. Im Gegenteil, durch diese Veränderung habe ich so viel an Lebensqualität gewonnen.

2. Du sagst: „Ein einfaches und bewusstes Leben bedeutet nicht zwingend, aufs Land zu ziehen und zum Selbstversorger zu werden.“ Was heißt es dann? Wie definierst Du Minimalismus für Dich persönlich?
Das minimalistische Leben während meines Sabbaticals hat mich wirklich beeindruckt, aber ich hielt es im „wirklichen Leben“ immer für unmachbar. Genau diese Bedenken möchte ich mit Modern Slow ausräumen. Du bist nicht erst ein Minimalist, wenn Du nur noch 100 Teile besitzt. Für mich ist Minimalismus eine Lebenseinstellung, eine Entscheidung, die Du jeden Tag mit Deinem Denken und Handeln triffst. Es geht darum, sich bewusst zu entscheiden, was Du in Dein Leben lässt und warum. Minimalismus ist für mich eine Lebenseinstellung, die sich auf das konzentriert, was wirklich wichtig ist.

3. Welche Vorteile hast Du davon, weniger statt mehr zu besitzen? Wie wirkt sich das auf Dein Leben/ Deinen Alltag aus?
Generell hat es ganz praktische Vorteile: aufräumen und saubermachen gehen schneller und ich bin morgens dank meiner Capsule Wardrobe richtig schnell fertig.
Darüber hinaus hat das Ausmisten und bewusste Einkaufen aber auch mein Denken verändert. Ich fokussiere mich viel mehr darauf was wirklich wichtig ist. So fühle ich mich viel freier und glücklicher.

4. Gibt es auch Nachteile?
Eigentlich nicht. Ich kann mich an keine Situation erinnern, in der ich dachte: „Verdammt, hätte ich xyz nur nicht ausgemistet…!“ Nichtsdestotrotz bedeutet weniger zu besitzen aber auch, seine Verhaltensmuster zu hinterfragen und zu ändern. Und das kann schon manchmal anstrengend sein. Insgesamt bin ich aber so zufrieden mit diesem Lebensstil, dass es all die großen und kleinen Anstrengungen wert ist.

5. Ein häufiges Problem: Ich würde ja so gerne ausmisten, aber wo fange ich an? Was sind Deine TOP 3 Tipps?
Kleiderschrank und die Make-Up Kollektion sind gut geeignet, um mit dem Ausmisten anzufangen. Die meisten Frauen haben sich sowohl bei Kleidung als auch bei Make-Up von so einigen Trends leiten lassen, die nicht zu ihrer Persönlichkeit und ihrem Stil passen. Da fällt das Ausmisten oft weitaus leichter als bei Dingen, zu denen wir einen sentimentalen Bezug haben.

Meine Top 3 Tipps, wenn Du mit dem Ausmisten anfängst:
a) Hole alles raus – ganz im Sinne von Marie Kondo. Wir besitzen oft so viele Dinge, dass wir schlicht den Überblick verloren haben. Das ist ganz schön ernüchternd zu sehen, wie viel wir tatsächlich besitzen.
b) Fang einfach an! Lass Dich nicht von einem perfekt abgestimmten Kleiderschrank oder einer minimalistischen Wohnung als Zielbild einschüchtern.
c) Hab Spass! Nimm den Druck aus der Sache. Es geht nicht darum, wer am meisten aussortiert. Im Gegenteil das Ziel beim Ausmisten sollte sein, Dinge zu identifizieren, die Du behalten willst!

Processed with VSCO with hb1 preset

6. Ich habe schon Kleidung und Kosmetik reduziert und hab schon wie Du eine Capsule Wardrobe. Wie gestaltest Du Deine Capsule Wardrobe? Und wie sieht deine Make-Up Sammlung aus?
Meine Capsule Wardrobe dreht sich um mein Signature Outfit: Ich trage fast täglich ein Hemd und eine Jeans. Hinzu kommen ein paar Layering-Teile und ein paar Kleider, falls mir mal nach etwas anderem ist und fertig ist meine Capsule Wardrobe. Was Make-Up angeht, habe ich auch eine Art Capsule Kollektion. Meine Make-Up Kollektion ist aber wirklich sehr minimalistisch – eine Lidschattenpalette, ein Rouge, ein Puder, etc. Seit ich vor ein paar Jahren vollständig auf Naturkosmetik umgestellt habe, besitze ich nur noch Produkte, die mich wirklich überzeugt haben. Nur bei Lippenstiften probiere ich ab und zu etwas Neues aus…

7. Gibt es eine Kategorie, in der Du gern mehr besitzt als nötig?
Naja, vielleicht rote Lippenstifte. 😉 Sonst arbeite ich daran weniger Stifte zu kaufen. Ich habe immer die ultra-feinen Mujistifte auf Vorrat – und ganz ehrlich, so viel schreibe ich nicht per Hand als dass das notwendig wäre…

Processed with VSCO with hb1 preset

8. Bezogen auf Deine Kleidung, Kosmetik und Pflege: Wenn Du aus jedem Bereich nur 3 Teile behalten dürftest – welche wären das?
Dank meiner Capsule Wardrobe und meiner kleinen Make-Up Kollektion ist das gar nicht so schwer…Bei Kleidung wäre das ganz klar meine schwarze Skinny-Jeans von COS und ein weißes Hemd von Uniqlo – also das Outfit, dass fast täglich auf meinem Capsule Wardrobe Instagram Account erscheint. Und dann noch mein Rollkragenpullover von Hessnatur, den liebe ich über alles, da der so schön gemütlich ist.

Was Kosmetik angeht wären meine 3 Produkte wohl die BB Cream von Lily Lolo, ein Rouge von Alverde und das Eyebrow Duo von Lily Lolo und für Pflegeprodukte auf jeden Fall die Mandelcreme von Weleda (die habe ich schon mindestens 10x nachgekauft), der Brightening Cleanser von Antipodes und die Peel Maske von Madara.

Katharina, vielen lieben Dank für dieses spannende Interview!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*