Myanmar: Mein Guide

Nach meinen Reisebericht über Thailand folgt heute mein Guide für Myanmar. Sehr viele Reisende, die ich getroffen habe, haben Myanmar „ausgelassen“ und so ziemlich alle Länder drumherum bereist. Warum? Das ehemalige Burma ist unglaublich schön, faszinierend und selten habe ich so viele freundliche Menschen auf einmal getroffen.

Gleich zu Beginn eine wichtige Information zum Geldtauschen und -abheben: Hebt in Myanmar die Landeswährung Kyat ab, fertig. In so vielen Foren und Reiseführern habe ich gelesen, dass man am besten mit Dollar einreist. Genau das habe ich gemacht und habe das Geld letztlich nicht ausgeben können. Der Grund ist, dass die Regierung keine Dollar mehr annehmen möchte und deshalb meine Scheine teilweise nicht akzeptiert wurden, weil sie nicht, wie gefordert, perfekt und ohne Knick waren.

Meine TOP 5 in Myanmar:

  1. Pickled Tea Leaf Salad mit gerösteten Sojabohnen essen.
  2. Den Sonnenaufgang in Bagan erleben. Touristisch, aber dafür lohnen sich die Augenringe.
  3. Wandern in Hsipaw und nicht in Kalaw.
  4. Sich im Chaos von Yangon verlieren und die Stadt lieben lernen.
  5. Mit dem Zug von Mandalay nach Hsipaw fahren.

WHERE TO STAY

Bagan: Ostello Bello. Das Hostel ist für die Verhältnisse in Myanmar recht teuer, aber sehr gemütlich und mit ganz leckerem Frühstück. Generell ist in Bagan wegen der Tempel alles recht touristisch, aber die Stadt oder besser gesagt dieser Ort ist die Reise definitiv wert.

 

Hsipaw: Die Shan-Region im Norden von Myanmar wurde vor nicht langer Zeit von Rebellen und Militär umkämpft. Die Gruppe, mit der ich unterwegs war, und ich wollten trotzdem dort wandern gehen, weil der Wanderweg von Kalaw zum Inle Lake schon ziemlich touristisch ist. Vor der Wanderung war mir aber, ehrlich gesagt, echt mulmig, weil zwei Touristen im Monat davor von einer Landmine verletzt wurden. Wir haben im Charles Guest House übernachtet, uns wurden tolle Wanderungen vorgeschlagen und hatten letztlich einen großartigen Guide, den ich auch wegen dieses Unfalls gefragt habe. Er meinte, dass andere Guides den Touristen zuliebe teilweise abgelegenere Wege wählen und er selbst das auch für total unveranwortlich hält. Ihm zufolge sind die Guides vom Charles Guest House aber alle in Ordnung, deshalb rate ich euch, dort zu übernachten oder zumindest eure Wanderung dort zu buchen.

Golden Rock (Kyaiktiyo): Und nochmal meine ehrlichen Worte. Der Golden Rock ist wirklich atemberaubend, alles Andere drumherum leider überhaupt nicht. Die Gegend auf dem Hochplateau ist unglaublich teuer und sogar in der „Basis-Stadt“ ist schon jetzt alles auf den Tourismus ausgerichtet. Mehr als eine Nacht muss man dort wirklich nicht übernachten. Ich selbst habe dort in einem ziemlich, ziemlich hässlichen Zimmer geschlafen – aber man muss eben Kompromisse machen, wenn man nicht allein reist. Vom Lotus Da Dar habe ich aber nur Gutes gehört. Es soll recht einfach sein, aber sauber – und das ist beim Backpacking das Wichtigste, wenn man schon alle anderen Ansprüche herunter schraubt.

WHERE TO EAT
Yangon: Geht unbedingt ins New Delhi und bestellt „Vegetables with Rice“.  Man bekommt dann ein indisches Thali, also verschiedene Currys und Chutneys in Schälchen. Das schmeckt nicht nur himmlisch, sondern eure Teller werden solange kostenlos nach gefüllt, bis ihr wirklich nichts mehr essen könnt.

Und auch sonst wieder: An den Straßenständen gibt es meiner Ansicht nach das beste Essen. Erschreckt nicht, wenn ihr zum ersten Mal durch Yangon lauft. Dort werden die Innereien von Schweinen (so habe ich mir das erklären lassen) auf kleine Holzspießchen gesteckt und dann in einer Brühe gebraten? Gegart? Das Ganze sieht nach ziemlich ekligen Schnecken aus, aber glaubt mir, es gibt auch leckeres Essen! Man kann bei manchen Straßenverkäufern einfach nachfragen, was sie so haben und sich dann den Teller beladen lassen. Teuer ist das Ganze überhaupt nicht. Als Vegetarierin bin ich zwar auch immer satt geworden, aber in Myanmar gibt es leider nicht viele kulinarische Variationen für Menschen, die auf Fleisch verzichten. Probiert aber auf alle Fälle den Pickled Tea Leaf Salat mit Teeblättern (ach was?), Tomaten und gerösteten Sojabohnen. Ich fand ihn so lecker, dass ich ihn fast jeden Tag gegessen habe.

Snacks sind auch sehr beliebt und zwar in Form von gegrillten Küchenschaben und Grillen. Ich konnte mich nicht überwinden, die Dinger zu probieren – sie sehen einfach wirklich überhaupt nicht genießbar aus!

WHERE TO SHOP
Yangon: Wirklich großartig fand ich das Pomelo (ist zwar auch schon längst ein Lonely Planet Tipp, aber ein wirklich ordentlicher!). Dort bekommt man nette und individuelle Souvenirs, die von benachteiligten Bevölkerungsgruppen in Myanmar hergestellt werden. Bei den meisten Produkten steht auch eine kleine Info, wer mit dem Kauf unterstützt wird. Sehr schöne und unterstützenswerte Idee!

UND SONST SO…?
In Myanmar sind zumindest die touristischen Orte sehr gut miteinander verknüpft, die anderen Gegenden sind meist nur mit einer Erlaubnis von der Regierung zugänglich und deshalb auch nicht wirklich gut erschlossen.

Etwas teurere Reisebusse bieten ziemlich guten Komfort, also Decken, Trinkwasser und süße Teilchen – auf jeden Fall empfehlenswert. Hin und wieder sind wir als Gruppe auch mit den „local buses“ gefahren und ja – es war eine Erfahrung, definitiv! Meist haben wir einen Overnight-Bus genommen. Die sind meistens gegen 18 Uhr los gefahren, um 19 Uhr haben wir nochmal an einer „Raststätte“ zum Abendessen gehalten und anschließend sind wir die Nacht durch gefahren. Es ist okay, nicht mehr und nicht weniger – erwartet keine geruhsame Nacht, in der ihr Erholungsschlaf pur tanken könnt und zieht euch warm an, denn in den Bussen ist es nachts total kalt.

Myanmaren haben außerdem ganz fürchterlich empfindliche Mägen und/oder sind Busfahrten nicht gewohnt. Die Speibsackerl (also Spucktüten) kommen daher ziemlich oft zum Einsatz, also nicht wundern. Gewöhnen muss man sich auch an die unglaublich schlechten Karaokesendungen, die in den Bussen gezeigt und gern auch mal die ganze Nacht gespielt werden. Manchmal singt der eine oder andere Fan auch mit und dann ist es mit der Nachtruhe dahin! 🙂 Ach ja, und dann wären da auch noch die Stromausfälle hin und wieder … aber auch daran gewöhnt man sich irgenwann!

WAS MIR IN ERINNERUNG BLEIBT
Was in Myanmar sofort ins Auge sticht: Die lustige „Schminke“, die die Myanmaren tragen. Das ist eine Paste aus Sandelholz (glaube ich!) und Wasser und soll gegen Akne helfen und als Sonnenschutz dienen. Die gelben Kreise auf den schönen Gesichtern sehen wirklich hübsch aus und die Pasten kann man auch überall kaufen – falls ihr auch die myanmarischen Beauty-Geheimnisse ergründen wollt!

Und wo wir bei den schönen Gesichtern sind: Die Menschen in Myanmar sind so unglaublich freundlich. Ich wurde angelächelt, angestrahlt, angeschmunzelt, angezwinkert und manchmal habe ich mich ein bisschen wie ein Superstar gefühlt (nicht, dass ich in diesem Business Erfahrung hätte, aber so stelle ich mir ein Superstar-Dasein vor!), weil mir viele Kinder begeistert zugewunken haben. Das hat mir bewusst gemacht, wie einfach das Leben manchmal sein kann, wenn man nur öfter mal lächelt. Natürlich, mit klaren Worten und Sturheit kommt man auch an sein Ziel – aber weniger Bauchschmerzen und Zornesfalten bereitet ein wunderschönes Lächeln. Oder nicht?

Ich jedenfalls bin sehr froh, das Land in seinem eher „urtümlichen“ Zustand kennen gelernt zu haben, denn schon jetzt spürt man den Einfluss des (Massen-)Tourismus auf das Land und etwas bange wird mir schon, wenn ich an das Myanmar in 10 Jahren denke. Habt ihr schon mal über eine Reise nach Myanmar nachgedacht?

2 comments

  1. OMG! Jetzt muss ich unbedingt nach Myanmar 🙂 Wunderschöne Bilder und ein sehr lesenswerter Reisebericht. Lieben Dank dafür :*

    Viele Grüße,
    Sarah

    1. Ich komm mit dir mit – hab aktuell ganz schlimmes Fernweh 😀
      Alles Liebe!

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