Fazit: Winter Capsule Wardrobe 2015/16

Meine erste Winter Capsule Wardrobe wurde fleißig getragen, kombiniert und natürlich auch kritisch hinterfragt – Zeit, ein Fazit zu ziehen. Meine Spring Capsule Wardrobe 2016 liegt schon fein säuberlich im Schrank, aber dazu gibt´s noch einen anderen Beitrag. Jetzt geht´s erstmal um all die Erkenntnisse, die ich von November bis Januar gemacht habe.

Hä, was ist überhaupt so eine Kapsel-Garderobe? Alle wichtigen Infos findest du in folgenden Beiträgen:

  1. 10 reasons for a capsule wardrobe
  2. How to build a capsule wardrobe

Alle Fragen geklärt? Super, dann macht euch jetzt auf einen mittellangen Roman gefasst 🙂

Hatte ich wirklich nur 37 Teile?

Nein, ich glaube, letztlich waren es ungefähr 50 Teile. Das eine oder andere Oberteil wollte ich dann doch noch dabei haben und so wurde es etwas mehr. Ich kann mir aber vorstellen, dass 39 eine gute Zahl in Zukunft sein könnte. So kann ich alle Kategorien durch 3 Teilen, daher kommt auch der Name „Project 333“.

Wie oft hatte ich den „Oh Gott, ich habe nicht anzuziehen“ – Moment?

Fast nie, da ich ja von allen Kleidungsstücken überzeugt war und deshalb alles gern angezogen habe. Aber trotzdem gab es diese Momente. Im November war es teilweise noch so unglaublich warm (erinnert ihr euch?), dass ich an einem Tag tatsächlich gern ein T-Shirt angezogen hätte, was in meiner Winter Capsule Wardrobe natürlich nicht vorgesehen war.

Habe ich Zeit gespart?

Oh ja! Zwei Beispiele: Morgens habe ich mir unter der Dusche schon überlegt, was ich anziehen will (so viel Auswahl gab es ja nicht 😀 ) und so musste ich danach nur noch den Schrank aufmachen und das jeweilige Outfit heraus holen. Das zweite Beispiel dreht sich ums Shoppen: Wie viel Zeit habe ich gespart, weil ich nicht im Online-Shop-Dschungel verloren gegangen bin und mich mit Entscheidungen herum geschlagen habe, ob ich nun dieses oder jene reduzierte Shirt nehmen soll und ob die Größe dann wirklich passt und ist die Jeans jetzt in diesem oder in jenem Shop günstiger und am Ende vor lauter Frustration am Ende doch nichts kaufen. Diese unglaubliche Zeitverschwendung bin ich los geworden und dafür bin ich wirklich dankbar. In Online Shops habe ich schon gestöbert – aber durch die „Shopping-Sperre“ ist es beim Stöbern auch geblieben.

Habe ich Geld gespart?

Nein, nicht wirklich. Wie, „Shopping-Sperre“ und kein Geld gespart? Naja, eine Kategorie ist bei der Form meiner Capsule Wardrobe nicht beschränkt und das sind die Accessoires. Deshalb habe ich mir während dieser drei Monate zwei Ringe gekauft und eine Tasche von Matt&Nat, die reduziert war. Übrigens hatte ich während des „Bestellvorgangs“ der Matt&Nat-Tasche wieder genau das Phänomen, das ich oben beschrieben habe. Erst war ich von der Auswahl total überwältigt, konnte mich dann nicht entscheiden, habe mich entscheiden, dann umentschieden, war anschließend frustriert und iiirgendwann hatte ich dann eine Tasche im Online-Warenkörbchen. Aber das ganze Brimborium davor brauche ich erstmal nicht mehr 🙂

Würde ich bei der nächsten Capsule Wardrobe etwas anders machen?

Ja, auch Accessoires viel bewusster kaufen. Jetzt beim ersten Mal ist es für mich okay, aber bei der nächsten Garderobe achte ich darauf, auch in dieser Hinsicht noch überlegter zu konsumieren.

Accessoires

Was habe ich gelernt?

Richtig, richtig viel! Und ich bin dankbar für all die Erfahrungen, die ich während der letzten drei Monate gemacht habe. Hier eine kleine Aufzählung:

  1. Ein Kleiderschrank mit 50 Teilen funktioniert. Wirklich!
  2. Accessoires, Accessoires, Accessoires! Ich habe nie davor so viele Ringe, Ohrringe, Armbänder, Ketten, Uhren und Schals in Outfits eingebunden wie jetzt mit der Capsule Wardrobe. Accessoires können ein Outfit so verändern und diese Wandelbarkeit hat mir sehr viel Spaß gemacht.
  3. Ich kenne meinen Stil ein bisschen besser und weiß, welche Art von Kleidungsstücken ich gern trage und welche eher weniger.
  4. Ich habe wirklich sehr viele blaue Kleidungsstücke.
  5. Deshalb freue ich mich jetzt auch auf einen farblichen Tapetenwechsel, mal sehen, was meine neue Garderobe so her gibt und ob ich etwas Neues hinzu kaufe.
  6. Reduzieren kann man nicht nur seinen Kleiderschrank, sondern auch viele andere Bereiche, wie Schminke, Pflege, Uni-Unterlagen und und und. Ich habe mir viele Gedanken über eine eher minimalistische Lebensweise gemacht.
  7. Perfektionismus ist gut, das Unperfekte manchmal noch besser. Früher hätte ich nie einen gemusterten Rock und gemusterte Schuhe angezogen, wirklich nie! Nun hatte ich aber keine andere Wahl und „musste“ diese Kombi tragen. Und was war das Ergebnis? 98% der Menschen war es wahrscheinlich total egal, wie mein Rock und meine Schuhe zusammen passen, von einer Kollegin habe ich sogar ein Kompliment für meine Schuhe bekommen und am Ende des Tages fand ich die Kombi sogar selbst sehr cool!
  8. Ich muss nichts Neues kaufen, ich habe doch schon alles.

Schmuck2

Ich habe an keinem Tag die Entscheidung bereut, mich auf diese Mini-Garderobe zu beschränken. Obwohl dieser Satz bei Anderen immer so spirituell klingt, ist er doch wahr: Sich auf das zu beschränken, was man wirklich braucht, kann unglaublich befreiend sein. Dieses Gefühl kam übrigens nicht in Form einer großen, hellen Erkenntnis, sondern hat sich nach und nach eingeschlichen und ist geblieben. Deshalb habe ich jetzt schon meine Spring Capsule Wardrobe 2016, über sie schreibe ich nochmal separat. So viel sei verraten: Das mit dem Punkt 5 meiner Erkenntnis-Liste hat irgendwie nicht so geklappt 🙂

Danke, dass ihr bis hier gelesen habt, dieses Mal hatte ich euch unglaublich viel zu sagen! Was meint ihr, würde es euch schwer fallen, auf einen Teil eurer Kleidung zu verzichten?

10 comments

  1. Schöner Eintrag 🙂 !
    Also mir fällt es nicht besonders schwer auf einen Teil zu verzichten. Allerdings bin ich nie gefeit vor unüberlegten neukäufen. Ich bin halt ein Schnäpchenjäger!

    1. Das war ich früher auch und deshalb hatte ich irgendwann viele Kleidungsstücke im Schrank, die mir aber nur zu 80% gefallen haben. Deshalb habe ich das unüberlegte Einkaufen aufgegeben 😀

  2. Schau doch mal bei uns vorbei wenn du dich für nachhaltige Kosmetik interessierst 🙂 LG

  3. Hey Julia, ich bin sehr neidisch darauf, dass du das mit der Capsule Wardrobe so durchgezogen und dabei so tolle Erfahrungen gemacht hast! Ich hatte auch im Winter vor, damit anzufangen, hab alle Sachen aufs Bett geschmissen und losgelegt. Und ehrlich gesagt: Ich hab zwar ordentlich ausgemistet, aber hab es trotzdem noch nicht so richtig zur wirklich abgestimmten, abgezählten Auswahl geschafft. An zu vielen Teilen hing irgendwie doch noch mein Herz. Aber ich gebe nicht auf! I Frühling pack ich es bestimmt! 😀

    Liebe Grüße!

    1. Ach Nina, bist du lieb! Darauf musst du gar nicht neidisch sein, du schaffst das auch. Und klammer dich nicht an einer Zahl fest, wenn es ein paar mehr Teile sind, dann ist es eben so. Übrigens tröstet mich immer der Gedanke, dass viele meiner Klamotten ja gar nicht weg, sondern eben nur in Kisten verstaut sind – vielleicht hilft dir das auch bei deiner Capsule Wardrobe 🙂
      Liebe Grüße!

  4. Hallo liebe Julia,
    sehr spannend dein Artikel und Fazit! Ich finde erstmal, dass 50 Teile doch recht viel klingt (wären ja dann gleich 200 für alle Jahreszeiten)- allerdings wenn ich mal jedes Stück in meinem Schrank zählen würde, wären es wahrscheinlich deutlich mehr 😀
    Dass du weniger Zeit mit dem Gedanken, was zeih ich nur an, verbringst, ist echt ein Riesenvorteil! Und eines Tages probier ich das auf jeden Fall auch noch aus 🙂
    Allerliebst,
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

    1. Danke für deinen Kommentar, meine Liebe! Ich glaube, man unterschätzt total die Anzahl der Klamotten im Kleiderschrank 😀 Am Anfang dachte ich auch: „Wie bitte, 15 Oberteile? Pf, easy, ich brauche nicht so viele!“, aber dann summiert es sich ganz schön!
      Probiers auf jeden Fall aus, aber zur Zeit verfolge ich doch so gern deine Neuentdeckungen, was Kleidung und Marken angeht 🙂
      Liebe Grüße!

  5. Super Beitrag und total passend zu meinem 😀
    Also ich muss sagen, dass ich 50 Teile immer noch viel finde, aber Hut ab, dass du dich so reduziert hast. Ich habe auf einem Blog über ein 365 Tage Shoppingverbot gelesen und die Frau wollte anstelle von Klamotten nun Möbel shoppen 😀 Also wir sind wirkich zuviel im Konsum behaftet….
    Für mich selber habe ich herausgefunden, dass ich nur noch hochwertigen Teilen die Chance geben möchte in meinen Schrank einzuziehen und da der Preis meistens höher ist, muss ich erstmal sparen, damit ich mir das leisten kann. Und ich gucke einfach gar nicht mehr in Onlineshops um nicht in Versuchung zu geraten. Klappt momentan sehr gut! 😉
    Ich freue mich auf deine Berichte über deine Frühlingsgarderobe 🙂

    Liebe Grüße
    Tine

    http://fairytaleoflife.com/

    1. Echt, Möbel statt Klamotten shoppen? Haha, sehr cool 😀 Aber auch ich muss zugeben: Am Anfang meiner Capsule Wardrobe habe ich dann eben keine Kleidung mehr geshoppt, sondern Accessoires – wie ich im Beitrag auch beschrieben habe. Mittlerweile versuche ich genau wie du, Qualität über Quantität zu setzen und die ganzen Online Shops zu meiden. Wahnsinn, wie viel mehr Zeit ich auf einmal habe 😀
      Liebe Grüße
      Julia

  6. […] ihr vielleicht wisst, habe ich eine Capsule Wardrobe und habe in meinem letzten Blog-Beitrag mein Fazit nach drei Monaten gezogen. Durch die Recherche für dieses Projekt bin ich auf viele, […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*