10 reasons for a capsule wardrobe

… oder: Warum Fair Fashion noch nicht alles für mich ist.

Comptoir des Cotonniers

Vor ungefähr einem Jahr begann ich, fair produzierte Kleidung zu kaufen. Großartige Inspirationen waren und sind hierfür Madeleine von Dariadaria, Barbara von Gretchensfragen, Justine von Justinekeptcalmandwentvegan und (ganz frisch!) Corinna von KissenundKarma. Während dieser Zeit begann ich auch selbst zu recherchieren und entdeckte nach und nach tolle Labels und Online Shops, die sich auf Fair Fashion konzentrieren. Im Sommer (und vor allem während des Sommer Sales) war es dann shopping-technisch um mich geschehen: Superschöne Schuhe von Avesu, luftige Kleidchen von Armedangels, reduzierte Nudie Jeans, tolle Stoffe von Hessnatur und Grüne Erde und und und. Ich habe nicht unüberlegt und überstürzt eingekauft, aber auch nicht mehr wirklich reflektiert, ob ich das jetzt wirklich brauche. Meine Überlegung war eben: Alles Fair Fashion, alles super!

Oder?

Irgendwann war mein ziemlich großer Kleiderschrank doch ganz schön voll wegen all der neuen Klamotten. Trotzdem stand ich jeden Morgen davor und wusste nicht, was ich anziehen soll. Der Klassiker! Bis ich dann im September über eine Bloggerin (leider weiß nicht mehr, welche!) auf den Blog www.un-fancy.com und die Capsule Wardrobe von Caroline stieß. Und nach ungefähr 15 Minuten war mir klar: Genau so eine minimalistische Garderobe brauche ich auch, damit ich mit meinen Klamotten wieder zufrieden sein kann. Anfang November habe ich also meine Garderobe umgestellt und bin damit richtig glücklich.

Aber was ist denn nun eigentlich eine Capsule Wardrobe? Hier die wichtigsten Stichpunkte:

  • Man beschränkt seinen Kleiderschrank auf eine bestimmte Anzahl von Kleidungsstücken, die „magische“ Zahl von Caroline ist 37, bei mir sind es immer noch knapp 45 Teile – ich muss aber nochmal genau nachzählen 🙂
  • Diese Teile umfassen: Ober- und Unterteile sowie Kleider, Mäntel und Schuhe.
  • Nach einer Saison, also drei Monaten, ändert man seine Capsule Wardrobe. Ich habe in diesem Fall aber nur eine Capsule Wardrobe für zwei Monate, weil ich nicht im Oktober, sondern Anfang November damit angefangen habe.
  • In dieser Zeit geht man nicht shoppen.
  • Nach drei Monaten plant man seine Capsule Wardrobe neu, macht eine Shopping-Liste und kauft erst dann neue Kleidungsstücke (wenn man überhaupt welche braucht!)
  • Die Klamotten, die ich in dieser Zeit nicht trage, habe ich in Kisten verstaut. All jene Kleidungsstücke, die ich wohl auch nicht mehr anziehen werde, verkaufe ich.

Capsule Wardrobe

Wie ich meine eigene minimalistische Garderobe gebildet habe, beschreibe ich euch in einem der nächsten Blog Posts. Heute soll es nur um die Gründe gehen, die mich dazu bewogen haben, eine Capsule Wardrobe zu bilden. Hier sind meine 10 Gründe:

  1. Ich will nicht den Großteil meines Geldes für Kleidung ausgeben.
  2. Ich will Spaß daran haben, meine Kleidungsstücke miteinander zu kombinieren und sie nicht als riesigen Haufen Klamotten betrachten.
  3. Ich will meinen eigenen Stil finden.
  4. Ich will heraus finden, welche Farben und Muster ich gern trage und welche mir eher weniger stehen.
  5. Ich möchte nur Kleidungsstücke tragen, die ich sehr, sehr, SEHR toll finde.
  6. Ich will mich in meine eigenen Kleidungsstücke wieder – sagen wir mal – neu verlieben.
  7.  Ich hoffe, neue Kombinationen finden zu können, die am Ende sogar richtig gut aussehen.
  8. Ich möchte weniger und bewusster einkaufen!
  9. Ich will nicht so viel Zeit vor dem Kleiderschrank verbringen und mir überlegen, was ich anziehen könnte.
  10. Ich möchte diese Zeit nutzen für Dinge, die mir wirklich wichtig sind.

Bald habe ich schon meinen ersten Monat geschafft, dann berichte ich von meinen ersten Erfahrungen. Und ich bin jetzt schon gespannt, welches Resumé ich nach den zwei Monaten ziehen werde!

Na, wie findet ihr dieses Projekt? Habt ihr schon mal von dem Prinzip „Capsule Wardrobe“ gehört? Und würde euch ein Blog Post darüber interessieren, wie ich meine minimalistische Garderobe zusammen gestellt habe?

11 comments

  1. Hallo Julia, ein wirklich schöner Artikel. Ich selbst kenne den Wunsch, wenige aber dafür die richtigen Dinge in meinem Kleiderschrank haben zu wollen. Gleichzeitig generiert das Internet, die Werbung und Schaufenster immer wieder neue Bedürfnisse, denen man auf dem Leim geht. Ich bin schon eine deine Erfahrungen gespannt 🙂

    1. Hi Elena,
      freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat! Ende Dezember kommt auf jeden Fall ein Fazit, aber ich verrate schon mal so viel: Es ist nicht immer leicht 😀

  2. Liebe Julia, ich stimme meiner Vorgängerin zu!! Toller Artikel, der mich inspiriert bzw. anstiftet auch eine solche Capsule Wardrobe einzurichten bzw. mich generell mehr mit Fair Fashion zu beschäftigen. Ich bin auch ganz gespannt was du weiter erzählst! Es wäre super, wenn du vielleicht eine Auflistung deiner Lieblings-Fair-Fashion-Shops machen könntest. Toll wäre hier wenn du nicht nur Online-Shops, sondern auch Läden in München auflistest, falls du da welche kennst!

    1. Hallo Lara,
      danke für deinen lieben Kommentar. Es wird bestimmt noch einen Blog Post zum Thema Fair Fashion Shopping in München geben 🙂

  3. Hallo Julia!
    Das Konzept des Capsule Wandrobe kannte ich bisher noch gar nicht und ich habe deinen Artikel daher mit großem Interesse gelesen. Und ich muss sagen: Toll – das muss ich auch ausprobieren! Seitdem ich vor einem Monat umgezogen bin, merke ich, dass ich eigentlich sowieso immer dieselben Kleidungsstücke trage und vieles ohnehin gar nicht mehr anziehe. Ein Capsule Wandrobe ist eine – nicht nur für mich, sondern auch für andere Menschen und die Umwelt insgesamt – schöne Weise, aus diesen Fakt Programm zu machen.

    Danke für die tolle Inspiration – das hat mich wirklich zum Nachdenken angeregt (und wird mich in Kürze zum Tun animieren). 🙂

    Liebe Grüße
    Jenni

    1. Hi Jenni,
      freut mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat! Und ich finde es super, dass ich dich zum Nach- oder Umdenken angeregt habe, denn wie du sagst: Die meisten Klamotten verschwinden in den Tiefen des Kleiderschranks, weil man eh seine Lieblingskleidungsstücke hat. Ich bin gespannt, ob du dieses Konzept der Capsule Wardrobe auch umsetzen wirst 🙂

      Liebe Grüße
      Julia

  4. Danke für die Erwähnung! Toller Artikel übrigens 🙂 Ich bin auch immer mehr am planen und intelligenter einkaufen, während ich früher immer relativ planlos und ohne Weitsicht geshoppt habe ..

    Ganz liebe Grüße, Justine
    http://www.justinekeptcalmandwentvegan.com

    1. Danke, liebe Justine 🙂 Dieses planlose Shoppen kenne ich zu gut – aber wir sind mittlweile eh auf einem sehr guten Weg, glaube ich!
      Liebe Grüße, Julia

  5. Hallo Julia:) Ein sehr interessantes Kleiderschrank Prinzip! 🙂 Ich bin froh davon mal zu hören, weil ich tatsächlich noch Klamotten trage die mir im Alter von 15/ 16 gepasst haben und immer noch passen und gefallen (bin 22:D) Ich kombiniere diese mit immer anderen Klamotten die ich hauptsächlich mit anderen Freundinnen tausche oder vom Flohmarkt habe:) Das mit der fair-fashion ist definitiv noch etwas woran ich arbeiten kann! Danke für deinen tollen Blog!

    1. Hi, vielen lieben Dank für deine wundervollen Worte! Manchmal ist man in einem Bereich seines Lebens schon total nachhaltig und merkt es nicht einmal – so wie du mit deiner Garderobe. Super!
      Liebe Grüße
      Julia

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